Shot Clock: Die Entdeckung der Langsamkeit

Shot Clock: Die Entdeckung der Langsamkeit

Tennis
Die Shot Clock sollte das Profitennis beschleunigen, doch das Gegenteil ist eingetreten. Irgendwie schade, finden die Sandplatzgötter. Vor den US Open war das Aufreger-Thema des Turniers schon fest gesetzt. Der als Shot Clock oder auch Service Clock bezeichnete, für Spieler und Zuschauer einsehbare 25-Sekunden-Countdown vor dem Aufschlag würde – so spukte es auch in den Köpfen der Sandplatzgötter herum –  für dramatische Szenen sorgen. Erstmals bei einem Grand Slam-Turnier eingesetzt, hatten wir wilde Bilder vor Augen: Stars, die im Laufschritt gehetzt zurück zur Aufschlaglinie eilen. Spitzenprofis, die Aufschläge in wichtigen Situationen unter Zeitdruck versemmeln. Favoriten, die aufgrund von Punkt- oder gar Spielabzügen kurz vor dem Ende langer Matches aus dem Turnier fliegen. .



Kurzum: „Shot Clock“ als heißer Kandidat für das Unwort des Jahres. Vor allen Dingen im mallorquinischen und serbokroatischen Sprachraum.Das ganze entpuppte sich dann als Sturm im Wasser- bzw. hinterm Uhrenglas der vom Schiedsrichter auszulösenden Stoppuhr. Trotz des vermeintlichen neuen Zeitdrucks bei der Zuppelei an Shirt und Shorts und der nun nötigen Beschränkung des Ball-Auftippens auf Werte unterhalb des dreistelligen Bereichs. Und auch obwohl man jetzt als Weltstar nicht mehr erst ein Experten-Gutachten einholen kann, bevor man sich unter drei gerade frisch der Balldose entschlüpften Filzkugeln für die eine entscheidet, mit der der erste Aufschlag dann doch nicht gelingt: Ja – Rafa, Nole und Co. .

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